Deutschland und Spanien sind gegen eigene Fangquoten für Hobbyangler nach EU-Recht, weil diese Quoten den Berufsfischern genommen werden müssten. Beim Rat der EU-Landwirtschaftsminister am 19. und 20. Oktober in Luxemburg wollen Deutschland, Spanien sowie andere Mittelmeeranrainer eine Verordnung zur Fischereipolitik Brüsseler Diplomaten zufolge "kritisch hinterfragen". Im Klartext: stoppen. Nach den Plänen der EU-Kommission müsste künftig jeder Blauflossenthun im Mittelmeer und jeder Ostseedorsch, der einem Hobby-Angler an den Haken geht, auf die nationalen Höchstfangmengen angerechnet werden.
Im Verordnungsvorschlag "über die Durchführung einer Gemeinschaftsregelung zur Überwachung der Einhaltung von Vorschriften der Gemeinsamen Fischereipolitik" vom November 2008 heißt es, dass EU-Länder die Angler erstmals in ihren Fangquoten berücksichtigen müssen. "Die betroffenen Mitgliedstaaten sollen einen Anteil der Quoten festlegen, der ausschließlich für den Zweck der Freizeitfischerei genutzt wird", heißt es in dem Plan der EU-Kommission.
Die Bundesregierung will dem Vernehmen nach erst einmal geklärt wissen, wie viele Fische Angler überhaupt aus Seen und dem Meer ziehen. Auch Südländer wie Spanien hätten Bauchschmerzen wegen des Angelparagraphen, hieß es in Brüssel. Auf 1000 Fischer könnten theoretisch 1000 Kilo Fisch kommen. "Das ist ein sensibler Bereich", sagte ein Diplomat. Der Ministerrat muss den Plänen zustimmen.
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